Buchweizen Injeera Rezept mit Kichererbsen Spinat Curry

Injera ist eines dieser Brote, das die meisten noch nicht kennen – und das zu Unrecht, denn es ist wirklich nicht schwer zuzubereiten und mein Injera Rezept ist obendrei eine richtig tolle Resteverwertung für Dein Sauerteig-Anstellgut. Das äthiopische Fladenbrot aus fermentiertem Teig ist durch den verwendeten Sauerteig leicht säuerlich, wunderbar weich und traditionell gleichzeitig Teller und Besteck in einem: Alle übrigen Zutaten werden einfach direkt auf dem Injeera serviert, man reißt sich Stücke ab und bedient sich damit an den Toppings, ohne die Fingerchen dreckig zumachen. Wer einmal Injeera selbst gemacht hat, versteht sofort, warum es in Äthiopien zu fast jeder Mahlzeit auf den Tisch kommt.

Bei mir gab es dazu ein würziges Spinat-Kichererbsen-Curry – proteinreich, vegetarisch und dank der Frozen Blocks von Freda in unter 30 Minuten fertig. Mit ein paar frisch-kühlen Komponenten wie einer Gurken-Raita, einem Tomaten-Zwiebel-Salat mit Sumach und knackig eingelegten roten Zwiebeln wird daraus die leckerste Resteverwertung, die ich seit langem gemacht habe!

Hier geht’s direkt zum Rezept!

Was ist Injeera überhaupt?

Injeera ist ein traditionelles äthiopisches und eritreisches Fladenbrot, das aus fermentiertem Teig gebacken wird. In Äthiopien wird Injera direkt als Unterlage zum Servieren genutzt – Curry, Ragout, Eintopf samt Beilagen kommt obendrauf. Anschließend reißt man Stücke ab, um damit zu essen. Keine Gabel nötig, kein Teller nötig. Stattdessen sehr viel Potential für einen schönen Abend und eine für die meisten von uns neue Erfahrung 😉 Spielarten gibt es natürlich auch außerhalb dieser beiden erwähnten Länder, aber da müsst Ihr selber recherchieren, bevor ich hier Quatsch verzapfe.

Was kein Quatsch, sondern das besondere an dem Gericht ist: Der Teig wird im Original mit Teff-Mehl angerührt, einer vor Ort angebauten Zwerghirse-Art. Dieses Pseudogetreide gibt dem Brot seine charakteristische Nussigkeit und – zusammen mit der Fermentation – die schwammartige Textur.

Speaaaaking of Textur…. Dieses Rezept hat mich mehr als zwei Wochen lang auf Trab gehalten, denn: Es ist derzeit quasi unmöglich, ohne Verrenkungen an Teffmehl zu kommen, weshalb ich mich letzten Endes auch für die Buchweizen-Variante entschieden habe, damit es auch für normale Menschen nachkochbar ist. Warum ich auch bei künftiger Verfügbarkeit vermutlich bei Buchweizen bleiben würde und was mich bei der Zubereitung verrückt gemacht hat? Verrate ich Euch!

Warum Teffmehl (und warum ich es mit Buchweizen ersetzt habe)?

Klassisch wird Injera aus Teffmehl zubereitet – einer winzigen Hirseart, die vor allem in Äthiopien und Eritrea angebaut wird. In Deutschland an Teffmehl zu kommen, ist garnicht mal so unkompliziert: Äthiopien beschränkte den Export von Teff phasenweise seit 2006, um angesichts der wachsenden Beliebtheit weltweit die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu sichern. Man befürchtete das, was man vor rund 10 Jahren in Südamerika mit dem Quinoa-Boom beobachten konnte – die Verknappung von einem Grundnahrungsmittel, welches total gefragt ist. Die Folge solcher Entwicklungen ist nämlich: Das Produkt ist für einkommensschwächere Einheimische nicht mehr ohne weiteres verfügbar, so dass sie bspw. auf weniger nährstoffreiche Alternativen wie Sorghum, Gerste oder Weizen ausweichen müssen.

Ich will hier aber auch keine unnötige Panik machen oder den Moralapostel spielen: Das Teffmehl, das wir im deutschen Bioladen kaufen, stammt größtenteils nicht aus Äthiopien, sondern aus europäischem oder amerikanischem Anbau – Teff wird mittlerweile nämlich auch in Indien, Australien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und den USA angebaut. Also wenn Ihr welches seht – checkt vielelicht kurz die Herkunft und GO FOR IT! ICh hab keins gefunden und wollte Euch den Beschaffungsstress ersparen.

Buchweizen wächst dagegen direkt bei uns vor der Haustür, ist gut verfügbar und kommt dem leicht erdigen, säuerlichen Charakter von Teff aromatisch ziemlich nahe. Die Zubereitung war trotzdem eine krasse Challenge, denn: Buchweizen bildet von Natur aus etwas gröbere Poren als Teff, weil ihm die feinen Stärkekörner und das spezifische „Schleimstoff-Profil“ 😀 fehlt. Bis die typischen kleinen „Augen“ auf der Oberseite einigermaßen gleichmäßig wurden, brauchte es ein paar Versuche – mit einem Brühstück (Absit), einem dünnerem Teig und ein bisschen Fingerspitzengefühl bei Pfannenhitze und Deckeleinsatz. Das Ergebnis ist also kein Original, funktioniert aber dafür prima und kommt dem echten Injeera für meinen Geschmack nahe genug. Auch wenn Menschen, die damit aufgewachsen sind, jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen 😉

Das Curry: Kichererbsen, Linsen, Spinat

Das Curry selbst ist schnell erklärt: eine würzige Basis aus Kichererbsen und roten Linsen. Verfeinert habe ich es dann für eine extra Ladung Gemüse und Farbe mit frischem Spinat. Proteinreich, sättigend, plus: Mit Euren liebsten Gewürzen könnt Ihr es easy nach Herzenslust anpassen.

Ich nutze hier den High Protein Chickpea Lentil Curry Frozen Block von Eat Freda – die Würzung ist bereits drin, der Block lässt sich direkt in der Pfanne auftauen und mit frischem Spinat ergänzen. Praktisch, wenn man unter der Woche nicht ewig in der Küche stehen will.

Serviert wird das ganze dann mit noch warmem Injeera, frischem Koriander, Frühlingszwiebeln, einem Tomaten-Zwiebel-Salat und einem Joghurt-Koriander-Dip – das rundet das Ganze wunderbar ab.

Buchweizen Injeera mit Kichererbsen Spinat Curry

Rezept von Jelena
Portionen

4

Portionen
Zubereitungszeit

40

Minuten
Ruhezeit

1

Minute

Einige Hinweise zu diesem Rezept:

– Ich führe meinen Sauerteig grundsätzlich eher flüssig, das heißt mit gleichen Teilen Mehl und Wasser und gebe manchmal nach Gefühl einen extra EL Mehl dazu. Will sagen: Ich nehme es hier nicht allzu genau, deswegen müsst ihr nicht zwingend etwas anpassen, falls ihr euren Sauerteig fester führt. Wichtig ist vor allem die Konsistenz des Teigs zum Schluss – er sollte flüssig wie ein eher dünner Pfannkuchen-Crêpe-Teig sein.

– Das Backen war zum Schluss die größte Herausforderung, denn Injeera werden halb gebacken und halb gedämpft. Am besten funktioniert das in einer beschichteten Pfanne mit Deckel. In diesem Fall ist die Beschichtung tatsächlich sehr hilfreich, denn das fehlende Gluten im Buchweizenmehl lässt die Fladen wahnsinnig leicht reißen. Ich habe eine Crêpe-Pfanne benutzt und die Injeera mit einer zweckentfremdete feuerfeste Alu-Form als Deckel abgedeckt, sobald die Oberfläche genug Bläschen zeigte und langsam anzog. Wichtig: Die Temperatur runterregeln, sobald ihr den Deckel auflegt.

– Von einer Seite backen vs. Wenden: Normalerweise werden Injeera nur von einer Seite gebacken – die obere Seite wird einfach nur gedämpft. Ich habe einige meiner Brote aber noch einmal gewendet und kann damit gut leben 😉 Die Bläschenstruktur und die softe Textur haben darunter nicht gelitten und mir persönlich waren die Injeera auf der Oberseite teils noch zu blass.

Zutaten

  • Injeera – Vorteig
  • 100 g Weizensauerteig (TA200), aufgefrischt und aktiv

  • 600 ml Wasser

  • 200 Buchweizenmehl

  • 100 g Weizenmehl Type 550

  • Injeera – Kochstück (Absit) und Hauptteig
  • 300 ml Wasser

  • 1 TL Salz

  • 100 g Weizenmehl Type 550

  • Gurken Raita
  • 100 g Naturjoghurt

  • 1/2 Salatgurke

  • 1 Stängel Minze, die Blätter abgezupft und gehackt

  • 1/2 Knoblauchzehe, fein gerieben

  • 1/2 Limette, Saft davon

  • Salz, Pfeffer

  • Spinat Kichererbsen Curry
  • 1 Packung High Protein Chickpea Lentil Curry (6 Blöcke)

  • 250 g Blattspinat, frisch

  • 1 EL Öl

  • 1/2 Knoblauchzehe, fein gehackt

  • Chili und andere Gewürze nach Geschmack

  • Tomaten Gurken Salat
  • 4 Tomaten

  • 1 Gurke

  • 1/2 Limette, Saft davon

  • 2 EL Olivenöl

  • 1 El Sumach

  • 1 TL Granatapfelsirup, alternativ Agavendicksaft/Honig/Ahornsirup/Zucker

  • Salz, Pfeffer

Anweisungen

  • Injeera Vorteig
  • Am Vortag 50 g Anstellgut mit 50 ml Wasser und 50 g Weizenmehl füttern und warten, bis er sich verdoppelt hat.
  • 100 g Sauerteig mit Wasser, Weizen- und Buchweizenmehl glattrühren und abgedeckt 6 Stunden bei Zimmertemperatur, anschließend über Nacht im Kühlschrank stehen lassen. Die übrigen 50 g Sauerteig können bis zur nächsten Verwendung im Kühlschrank verwahrt werden.
  • Injeera – Kochstück (Absit) und Hauptteig
  • Am nächsten Tag 160 g vom Teig abnehmen und zusammen mit 300 ml Wasser in einem kleinen Topf glattrühren und langsam erhitzen. Unter ständigem Rühren sollte die Masse nach einigen Minuten eine puddingähnliche Konsistenz haben. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
  • Sobald der (die?) Absit handwarm, also kühler als 40 °C ist, zusammen mit 100 g Weizenmehl und 1 TL Salz zum Hauptteig geben.
  • Teig nun bis zur Verwendung noch einmal bei Zimmertemperatur gehen lassen
  • Injeera backen
  • Beschichtete Pfanne ohne Fett heiß werden lassen. Auf mittlere Hitze reduzieren, die Pfanne vom Herd nehmen und (je nach Größe der Pfanne) eine Kelle Teig gleichmäßig in der Pfanne verteilen.
  • Ohne Deckel backen, bis die Oberfläche voller Blasen ist und allmählich anzieht. Nun Deckel auflegen, auf minimale Hitze reduzieren und backen, bis die Oberfläche „gar“ ist. Ich habe zwischendurch aber auch die Unterseite überprüft und die meisten Injeera für eine ganz leichte Bräunung auf der Oberseite noch einmal kurz gewendet.
  • Für die Gurken-Raita
  • Gurke raspeln, mit etwas Salz vermengen und kurz stehen lassen. Minze in der Zwischenzeit fein hacken und mit den übrigen Zutaten vermengen. Anschließend Gurke abtropfen lassen oder leicht mit der Hand ausdrücken und unter den Joghurt heben.
  • Für das Spinat Kichererbsen Curry
  • High Protein Chickpea Lentil Curry auftauen lassen. In einer Pfanne Knoblauch in Öl bei mittlerer Hitze anschwitzen. Gewaschenen Spinat hinzufügen und dünsten, bis der Großteil der Flüssigkeit verdampft ist. Anschließend das aufgetaute Curry hinzugeben und langsam erhitzen.